Museum Banat Ried im Innkreis

Handarbeiten, Trachten, Dokumentationen - Geschichte & Geschichten
 

Museum Banat Ried übersiedelt ins Schloss Hof nach NÖ

In der Zeit vom September 2015 bis November 2017 war unser Museum in einem Provisorium am Bahnhof Ried untergebracht. Mittlerweile ist das Museum geschlossen, weil der aus den 1870er Jahren stammende historische Güterbahnhof abgerissen werden und einem Busterminal weichen soll.

Viele Siedler aus dem Banat kamen hier im Herbst 1944 an und fanden in Ried und Umgebung eine Neue Heimat.
Die alte Heimat im Banat war allerdings verloren gegangen.

Wegen der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Sammlung ist es uns allerdings gelungen, diese einem dem Thema entsprechend aufgeschlossenem edlen Haus, dem Schloss Hof in Niederösterreich zu übertragen. Schloss Hof war nämlich die Heimstatt von Prinz Eugen und nach dem erfolgreichen Zurückdrängen der Türken aus Osteuropa vor genau 300 Jahren ( 1718 - Friede von Passarowitz )

Übergabe in Schloss Hof

wurde die Besiedelung des Banat durch die "deutschen Reichssiedler" somit erst möglich. So schließt sich der Kreis der Geschichte und wir konnten die einzigartige Sammlung, die die Besonderheiten altösterreichischen Lebens in Osteuropa eindrucksvoll dokumentiert, somit auch für die Zukunft sichern und vor allem in professionelle Hände übergeben.

   

Einen Eindruck über das Museum vermitteln die beiden hier verfügbaren PDF-Dokumente. Doku-Tafeln / Doku-Fotos

 

 Franz Ritter am 24.6.2016 verstorben
Mit grosser Trauer geben wir bekannt, dass unser langjähriger Kustos und Mitbegründer des Museums und der Rieder Rumänienhilfe, Herr Franz Ritter - geboren in Perjamosch im Banat - am 24. Juni 2016 völlig unerwartet im 81. Lebensjahr verstorben ist. Das Begräbnis fand am 2. 7. in Ried im Innkreis statt. Siehe Partezettel rechts >

Region Banat - einst und jetzt

Das Banat liegt am Südostrand der ungarischen Tiefebene und ist von den Flüssen Theiß im Westen, Donau im Süden und größtenteils Marosch im Norden sowie von den Südkarpaten im Osten begrenzt. Im Nordosten – jenseits, bzw. rechts der Marosch – schließt sich das Arader Gebiet an, welches teilweise zumindest kulturgeographisch auch dem Banat zugeordnet werden darf. Im Osten der Region liegt das Banater Bergland, das reich an Steinkohle und Eisenerz ist. Im Westen wiederum finden sich fruchtbare Ebenen. Infolge des Vertrags von Trianon wurde das Banat zwischen Rumänien (zwei Drittel), Serbien (knapp ein Drittel) und Ungarn (ein geringer Zipfel im Nordwesten) aufgeteilt. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist die Regionshauptstadt Temeswar(Quelle: Wikipedia)

Landschaft Banat Adam Müller Guttenbrunn

Die deutschen Reichssiedler:
In der Zeit von Prinz Eugen und Maria Theresia wurden Kolonisten vorwiegend aus den südwestlichen Regionen des Deutschen Reiches durch die habsburgisch-österreichische Verwaltung angeworben und in der öden und leeren Banater Sumpfsteppe angesiedelt. Während ihrer über 250-jährigen Geschichte haben die Banater Siedler die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung dieser Landstriche entscheidend geprägt.
Das Banat wurde von den Habsburgern ab 1720 kolonisiert und war um 1900 zu einer der wohlhabendsten Landstriche auf dem Gebiet der k.u.k.-Monarchie geworden. Im Zug der Kriegswirren verlor dort ein Großteil der deutschen und österreichischen Siedler ihre Heimat. Viele davon landeten nach abenteuerlicher Flucht im Innviertel und fanden dort wieder eine neue Heimat.

Verein und Museum:
Unser junger Verein wurde zwar erst 2004 gegründet beschäftigt sich aber aus Anlass der Ostöffnung ab den 1990er Jahren, mit der Geschichte der letzten 300 Jahre der österreichisch/deutschen Siedlungstätigkeit in Osteuropa, vorwiegend den "Donauschwaben“ aus der Region Banat im heute rumänischen Banat.  

1944 im Zuge der Kriegswirren, endete dort eine hierzulande kaum bekannte wirtschaftlich und kulturell hochstehende Agrarkulturtradition österreichischer und deutscher Siedler, die ab 1720 und vorwiegend in der Zeit von Maria Theresias und Prinz Eugen dort in sumpfigem Ödland begann. Ein großer Teil der Flüchtlinge landete im Herbst 1944 hier bei uns im Innviertel und fand hier auch rasch wieder eine neue Heimat. Um den heute in 2., 3. und 4. Generation hier lebenden ehemaligen Bewohnern der fruchtbaren Banater Tiefebene und auch den Hiesigen zu zeigen wie das damals begann und nach über 200 zum Teil harten Jahren wieder endete.  

Im Sommer 2004 gründeten wir dazu den Verein" Heimatstube Banat / Bez. Ried im Innkreis” der von 2005 bis 2014 im Kunsthaus der Burg Obernberg und von September 2015 bis November 2017 im ehem. ÖBB-Güterbahnhof in Ried ein Volkskundemuseum der Donauschwaben aus der Region Banat betreieb, das mit zum Teil hochinteressanten und außergewöhnlichen Objekten, Kunsthandwerk und Dokumentationen aufwarten kann.

Wir danken für den Besuch auf unserer Seite

siehe auch: Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft in Österreich - www.donauschwaben.at
Donauschwaben in Oberösterreich - www.donauschwaben-ooe.at
Banater Schwaben in Bayern - www.banater-schwaben.org